Mein erster selbstgebauter PC – Die Zusammenstellung

Da das Mainboard meine aktuelle Workstation, ein Steg Office mit Baujahr 2012, einige Kompabilitätsprobleme mit meiner neuen Grafikkarte, einer Nvidia GEFORCE GTX 960 von Asus, hat, ist es an der Zeit meinen ersten eigenen PC zusammenzustellen.

Warum selber bauen?

Mein Hauptbestreben, warum ich mir selber ein PC-System zusammenstelle, ist die volle Kontrolle über die verbauten Teile und deren Qualität. Nur durch sorgfältige Selektion jeder Komponente ist eine optimale Performance, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit eines PC’s gewährleistet. Natürlich schützt dies nicht gänzlich vor ungewollten Ausfällen oder Abstürzen, minimiert jedoch das Risiko erheblich. Ein weiteres Bestreben war die Wiederverwendbarkeit einiger alten Komponenten meines bestehenden Systems, wie etwa der Grafikkarte, der SSD’s und der Festplatte. Auch der preisliche Aspekt in Kombination mit der vollen Kontrolle über jede Komponente war ausschlaggebend für die Entscheidung, meinen ersten eigenen PC zu bauen.

Ich möchte betonen, dass ich kein Gamer oder besonderer PC-Enthusiast bin, welcher sein System jährlich upgraden muss und noch das letzte MHz per Overclocking der CPU oder GPU aus seinem System herauskratzt. Eines meiner Hobbies ist die Videografie und Photografie. Durch meine beiden hochwertigen Systemkameras von Sony (Alpha 7, FE-Mount) und Panasonic (Lumix GH4, Micro4/3) fallen grosse Mengen an Rohdaten an. Ich fotografiere mit meinen Kamera ausschliesslich in RAW. Die jeweiligen RAW-Dateien wandle ich mittels Lightroom in DNG-Dateien um, welche ich anschliessend auf meinem NAS abspeichere. Videos erstelle ich praktisch ausschliesslich in 4K, was ebenfalls eine sehr hohe Datenmenge generiert. Um diese Datenmenge in sinnvoller Zeit mittels Adobe Lightroom, Photoshop und Premier Pro zu verarbeiten, stellt dies hohe Anforderungen an die Performance eines Systems. Insbesondere ist CPU- und GPU-Leistung gefragt und ein grosser Arbeitsspeicher.

Die Komponenten

Folgende Komponenten werde ich vorläufig von meinem alten System übernehmen:

  • Nvidia GEFORCE GTX 960 von Asus
  • 256 GB SSD von Samsung
  • 240 GB SSD von Corsair
  • 1 TB Festplatte Caviar Green von Western Digital

Folgende Komponenten habe ich für meine System besorgt:

Total Neuinvestition: 1126.05 Fr.

Der Prozessor wird leider erst in 1 Woche geliefert und der Zusammenbau des PC’s wird sich auf übernächstes Wochenende verschieben.

Wahl der Komponenten

Nachfolgend möchte ich kurz Stichwortartig über Auswahlkriterien der neu beschaften Komponenten Auskunft geben.

Mainboard

  • Sehr guter BIOS/UEFI mit vielen Einstellmöglichkeiten und grafischer Benutzeroberfläche
  • Intel Z170 Chipset
  • Möglichkeit des Overclocking resp. der Übertaktung
  • BIOS/UEFI kann auch nach Totalsausfall per USB-Stick mit einem Knopfdruck wiederhergestellt werden
  • Hochwertige Komponenten
  • USB 3.1 Type-A und Type-C
  • Integrierte Soundkarte mit hochwertigen Kondensatoren und guter Schirmung
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis

Prozessor

  • 4 GHz Grundtakt
  • 4 Kerne mit je 2 Threads
  • Unlocked und damit die Möglichkeit der Übertaktung (falls ich noch auf den Geschmack komme)
  • neuste Intel Skylake-Architektur

Netzteil

  • Hoher Wirkungsgrad
  • Modular: Nur die wirklich benötigen Kabel können befestigt werden.
  • Hochwertige Bauteile, insbesondere japanischen Kondensatoren
  • 7 Jahre Garantie
  • Zero RPM Fan Mode (passive Kühlung bei geringer bis mittlerer Auslastung)
  • Corsair Link: Netzteil ist per Software überwach- und parametrierbar
  • Sehr gute Bewertung von JonnyGuru.com

RAM

Gehäuse

  • Genügend Raum für zukünftige Ausbauprojekte
  • Hohe Qualität
  • Staubfilter bei den Lufteinlässen
  • Gutes Kabelmanagement
  • Befestigungsrahmen für SSD’s
  • 240 mm Radiatoren bei wassergekühlten Systemen können ohne Probleme integriert werden.

CPU-Kühler

  • Braucht auf dem Motherboard sehr wenig Platz im Vergleich zu Luftkühlern mit vergleichbarer Kühlleistung.
  • Hohe Kühlleistung.
  • Ruhige Lüfter mit hohem statischem Druck
  • Parametrier- und überwachbar per Corsair Link Software
  • Grosser 240 mm Radiator
  • Integrierter Corsair Link expansion port um nicht zusätzliche Corsair Link fähige Komponenten, wie das Netzteil, anzuschliessen. Dies spart USB-Ports auf dem Motherboard.

Im Verlaufe des gestringen Tages wuchsen meine Bedenken betreffend des ursprünglich bestellten Wasserkühlers von Corsair. Aus meiner beruflichen Erfahrung in der Industrie weiss ich leider von zu vielen Systemen, Komponenten und Bauteilen, welche trotz umfangreichen Dichtungen mit der Zeit irgendwie doch Leckagen bekommen haben. Ich möchte keinen Wasserschaden in meinem PC-Gehäuse riskieren. Auch denke ich, dass die verbaute Pumpe  keine besonders grosse Lebensdauer haben wird. Fällt die Pumpe aus kommt es innert weniger Minuten zu einer kompletten Überhitzung des Prozessors und einem Not-Aus des Computers. Jede Überhitzung führt zwangsläufig zu einer Reduktion der Lebensdauer des Prozessors. Ich hab mich auf Grund dieser Überlegungen für einen konventionellen Lüftkühler vom renomierten Hersteller Noctua entschieden.

 

 

 

 

 

 

Warum das Surface Pro 3 kein ideales Tablet ist

Ich besitze nun schon seit einigen Monagen ein Surface Pro 3 und finde das Gerät aus mehreren Gründen für meine Bedürfnisse nicht zufriedenstellen:

  • Gewicht: Das Surface Pro 3 ist verglichen mit einem iPad Air immernoch, kombiniert mit einer Hülle oder mit dem Type Cover 3 immer noch ein richtiger Mocken und wiegt mehr als 1 kg. Hält man das Gerät längere Zeit in einer Hand um es mit der zweiten zu bedienen, wird es schnell schwer und die Handgelenke beginnen schmerzen.
  • Abwärme: Mein Gerät erzeugt auch bei moderater Nutzung eine Menge Abwärme. Die Rückseite wird schon bei moderater Nutzung alles andere als handwarm und der Lüfter läuft ständig. Bei anspruchsvolleren Aufgaben wird das Gerät richtig heiss und der Lüfter noch lauter.
  • Bildschirmgrösse: Genügend gross für ein Tablet, zu klein für den produktiven Einsatz als Notebook. Die Bildschirmgrösse des Gerätes reicht für meine Bedürfnisse im normalen Desktopbetrieb und Produktiveinsatz einfach nicht aus. Normale Deskotp-Apps wie MATLAB, Lightroom, Photoshop oder Spyder (Python IDE) sind auf einer Bildschirmdiagonale von 12″ im 16:09 Format einfach schwer zu Nutzen.
  • Windows 8.1 und Windows 10: Beide Betriebssysteme können auf einem Tablet einfach nicht überzeugen. Zum einen ist das Angebot an Apps sowohl von der Quantität wie der Qualität nicht auf dem Niveau eines iPads oder gar eines Android Tablets. Einerseits läuft ein enorm Ressourcen intensives Betriebssystem auf dem Gerät, welches Prozessor und RAM entsprechend auslastet und schnell zu mehr als nur wohliger Handwärme am Gehäuse des Gerätes führt. Unter dieser Tatsache leidet nicht vorallem die Akkulaufzeit. Auch handelt es sich beim Betriebssystem schlicht und ergreifend um ein Windows Betriebssystem wie wir es alle kennen:
    • Apps hängen und stürzen gerne mal mitten in der Nutzung ab
    • Apps lassen sich manchmal nur nach einem Neustart des Systems überhaupt wieder starten. Von diesem Phänomen oft betroffen sind der App Store, Mail und Calendar.
    • Updates dauern ewig zum installieren
    • die Bildschirm-Tastatur verschwindet und man kann sich am Lockscreen nicht mehr anmelden
    • der Microsoft Edge Browser braucht zeitweise enorm viel Resourcen und lastet den Prozessor gut und gerne zu 20 – 40 % aus, ohne Flash wohlgemerkt (habe ich gar nicht installiert)
    • irgendwelche Hintergrundprozesse brauchen manchmal über 70% der Prozessorleistung und dies im Akkubetrieb über mehrere Stunden
    • Aufwachen aus dem Stand-Bye oder Hybernate wird mit einem Absturz oder Freeze des Betriebssystems quitiert
    • All diese Unannehmlichkeiten habe ich mit Android und speziell iOS nicht: Das System läuft stabil, Apps stürzen selten ab, die Akkulaufzeit ist gut und konsistent, das Gerät wird im Normalbetrieb nicht enorm warm und das System muss nur ganz selten neu gestartet werden. Ich muss der Fairness halber aber anmerken, dass diese Verhaltensweisen und Maken typisch für ein Desktopbetriebssystem sind und meiner Erfahrung nach unabhängig ob Linux, OSX oder Windows. Windows läuft im reinen Desktop-Betrieb aus meiner Sicht am stabilsten, gefolgt von OSX und Linux. Das die Stabilität von OSX meiner Erfahrung nach ungenügend und absolut mangelhaft ist, habe ich bereits in einem anderen Blob-Beitrag beschrieben. Unter Linux stürzt gerne mal der X-Server ab oder bleibt einfach hängen, unabhängig ob Unity, Gnome, KDE oder Cinamon. Das Betriebssystem ist weiterhin lauffähig, jedoch nur im Konsolen-Modus.
  • Type-Cover 3: Das Type-Cover ist zwar eine gute Tastatur mit hervorragendem Trackpad, aber sperrig, schwer und teuer. Das Type Cover 2 wiegt satte 295 g, was beim Gewicht des Surface Pro 3 von 800 g vollen 36.8 % an Mehrgewicht entspricht, welches man herumschleppen muss. Ebenfalls ist es wohl eines der sperrigsten und schwersten Cover, welche zur Zeit für Tablets auf dem Markt erhältlich sind. Will man das Surface nur als Tablet nutzen, muss man das Type-Cover nach hinten klappen. Dies gelingt zwar mühelos, jedoch wird die Haptik der Rückseite durch die anliegende Tastatur beeinträchtigt. Auf Grund des Gewichts des Type-Covers muss man sich zwangsläufig bereits vor der eigendlichen Nutzung des Gerätes entscheiden, ob man das Surface jetzt als Tablet oder Notebook nutzen will, oder man schleppt die ganze Zeit 295 g Mehrgewicht herum.
  • Wegwerf-Hardware: Das Surface Pro 3 hat ein äusserst Reparatur unfreundliches Design, wie sich im Teardown-Review von iFixit unschwer nachlesen lässt und zu recht mit Bewertung 1 gewürdigt wird:
    • Verklebung des Displays muss zuerst mittels Heisluftpistole geöffnet werden um überhaupt an Hardwarekomponenten des Gerätes zu kommen. Dies klappt nur mit äusserster Vorsicht und fachlichem können ohne Glasbruch.
    • Der Arbeitsspeicher lässt sich nicht erweitern und ist direkt auf das Motherboard gelötet.
    • Der Akku ist direkt mit der Rückwand verklebt und lässt sich somit ohne Explosions- und Brandgefahr nicht sicher entfernen.
    • Auf Grund Bauweise des Gerätes kann eine starke thermische Belastung des Akkus, welche sich negativ auf seine Lebensdauer auswirkt, nicht ausgeschlossen werden.
    • Allem in allem handelt es sich um ein typisches Produkt mit geplanter Obsoleszenz oder vom Hersteller definierte Lebensdauer. Zum Thema beplante Obsoleszenz kann ich diese Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ von Arte nur empfehlen.
    • Ähnliche Wegwerfartikel werden ebenfalls von Apple in Form des MacBook Pro Retina 13″ und 15″ oder des neuen Retina MacBook’s produziert. Berühmtheit hat auch HTC mit seinen Smartphones One, One M8 und One M9 als Hersteller von Wegwerf-Mobiltelefonen erlangt. Ein iPhone 6 von Apple ist im Vergleich dazu ein wahrer Musterknabe.
  • Energiesparprofile: Es lassen sich keine detaillierten Energiesparprofile definieren wie bei bei einem Thinkpad. So lässt sich z.B die Prozessorleistung nicht begrenzen und der Menüpunkt „Erweiterte Energieeinstellungen ändern“ fehlt komplett. Es ist ohne externe Tools, welche die gesamte Stabilität des Systems gefärden können, nicht möglich, den CPU-Takt des Prozessors zu begrenzen um dem Hitzeproblem entgegenzuwirken. Bei meinem Thinkpad T440p ist es ohne Probleme möglich den „maximalen Leistungszustand“ des Prozessors zu berenzen.

Das Surface Pro 3 versucht vieles gleichzeitig zu sein, macht aber sowohl als Tablet wie auch als Notebook nur mässig Freude. Das Gerät macht aber auch einiges richtig, was ich hier gerne auch aufführen möchte:

  • Digitaler Stift: Der digitale Stift von N-trig (übrigens von Microsoft aufgekauft) funktioniert tadellos und ist via AAAA (jawohl 4 A und nicht nur 3 A) Batterie über Bluetooth mit dem Gerät verbunden. Mit dem Gerät in One-Note Notizen zu machen ist wahrlich ein Vergnügen und kommt kommt der Haptik von Stift und Papier näher als jedes andere von mir getestete System. Zudem hat der Stift ein gutes Gewicht, hochwertige Verarbeitung aus Aluminium und liegt gut in der Hand. Der Einzige Nachteil ist die fehlende Befestigungsmöglichkeit am Tablet selber. Einzig über eine optional per Klebeverbindung anbringbare Lasche lässt der Stift sich am Type-Cover 3 befestigen. Man vergisst den Stift gut und gerne mal zu Hause oder in irgend einer Tasche.
  • Flüssige Bedienung: Die Bedienung der Touch-Oberfläche ist äusserst flüssig und angenehm. Die Animationen laufen flüssig und ohne Mikroruckler, anders als bei gewissen Android Tablets. Von der Bediengeschwindigkeit und allgemeinen Rendering-Geschwindigkeit her ist Windows 8.1 und 10 durchaus mit iOS oder Windows Phone zu vergleichen.
  • Speichererweiterung über MicroSD-Karte: Der Speicher des Gerätes lässt sich über einen integrierten microSD-Kartenslot erweitern.